Abmahnung bekommen – was nun?

Eine Abmahnung trifft Arbeitnehmer oft unverhofft – weil man sich keines Fehlverhaltens bewusst ist oder weil man davon ausgeht, dass es „schon nicht so schlimm wird“.

Kommt es dann doch zu einer Abmahnung durch den Arbeitgeber, sollte man das in der Tat nicht allzu sehr auf die leichte Schulter nehmen. Denn auch wenn eine Abmahnung keine Kündigung ist: Arbeitsrechtlich relevant ist sie allemal.

Wann ist eine Abmahnung gerechtfertigt?

Die Abmahnung im Arbeitsrecht ist eine Aufforderung des Arbeitgebers an einen Mitarbeiter, künftig seine Pflichten aus dem Arbeitsvertrag ordnungsgemäß zu erfüllen. Sie soll ihm die Möglichkeit geben, sein (Fehl-)Verhalten zu korrigieren, warnt davor, dass dieses Verhalten künftig nicht mehr toleriert wird und dass eine Kündigung droht, wenn der Betroffene an dem beanstandeten Verhalten nichts ändert.

Aber nur wenn Sie als Arbeitnehmer tatsächlich den Arbeitsvertrag verletzt haben und das nicht nur eine Kleinigkeit war, ist diese arbeitsrechtliche Maßnahme möglich. Ein Fehlverhalten muss z. B. das Vertrauensverhältnis im Arbeitsverhältnis schwer belasten oder den Betriebsfrieden stark beeinträchtigen (massives Mobbing z. B.), damit Sie abgemahnt werden können.

Sie wurden abgemahnt oder Ihnen wurde gedroht, dass Sie abgemahnt werden? Sie wollen wissen, ob das gerechtfertigt ist? Kontaktieren Sie mich gerne unter 040 / 32553228 oder per E-Mail – ich kläre das verlässlich für Sie.

Wann ist eine Abmahnung wirksam?

Abgesehen davon, dass man nicht wegen jeder Kleinigkeit abgemahnt werden kann, sind die Anforderungen an eine Abmahnung im Arbeitsrecht allerdings nicht sonderlich hoch.

So muss der Arbeitgeber dem betroffenen Arbeitnehmer zuvor z. B. nicht die Möglichkeit geben, zum Vorwurf Stellung zu nehmen. Der Betriebsrat muss ebenfalls nicht angehört werden. Auch eine Frist muss der Arbeitgeber nicht einhalten. Und nicht zuletzt ist es sogar möglich, dass man mündlich abgemahnt wird – einen Schriftformzwang wie z. B. bei der Kündigung gibt es hier nicht.

Eine Abmahnung kann aber z. B. unwirksam sein, wenn

  • die Tatsachen nicht stimmen, auf der sie beruht
  • zu viel Zeit zwischen Fehlverhalten und Abmahnung vergeht („Verzeihung“)
  • sie als Reaktion offensichtlich unverhältnismäßig ist (Lappalie)

Ist das der Fall, lohnt es sich durchaus rechtliche Schritte einzuleiten!

Welche rechtliche Bedeutung hat eine Abmahnung?

Nicht selten unterschätzen Betroffene die rechtliche Bedeutung einer Abmahnung, vor allem wenn mündlich abgemahnt wird. Ist eine Abmahnung wirksam, ist sie oft die (rechtlich notwendige) Vorstufe für eine verhaltensbedingte Kündigung.

Denn häufig halten Arbeitsgerichte eine verhaltensbedingte Kündigung nur für verhältnismäßig und damit wirksam, wenn ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer mit der Abmahnung auf ein Fehlverhalten und mögliche Folgen hinweist und ihm so die Chance gibt, sein Verhalten künftig zu ändern.

Eine (ordentliche) verhaltensbedingte Kündigung ist deswegen im Umkehrschluss ohne Abmahnung nur möglich, wenn es um ein sehr schwerwiegendes Fehlverhalten geht oder ein Abmahnen aus Arbeitgebersicht aussichtslos scheint.

Sie wurden ohne abgemahnt zu werden gekündigt? Sie wollen nun wissen, ob das überhaupt rechtlich möglich ist oder ob die Kündigung deswegen vielleicht unwirksam ist? Diese Fragen kläre ich gerne für Sie und gehe im Zweifel mit einer Kündigungsschutzklage gegen Ihre Kündigung vor! Kontaktieren Sie mich gerne unter 040 / 32553228 oder per E-Mail an bennek@helmke-hamburg.de!

Was kann man tun?

Eine unberechtigte/fehlerhafte Abmahnung müssen Sie aber natürlich nicht auf sich sitzen lassen – auch dagegen kann man rechtlich vorgehen.

    • Sie können eine Gegendarstellung an den Arbeitgeber übersenden und so Ihre Sicht der Dinge in der Personalakte „aktenkundig“ machen.
    • Sie können sich mit einer Beschwerde an den Betriebsrat wenden, damit sich der Betriebsrat beim Arbeitgeber ggfs. für Sie einsetzt.
    • Sie können Klage vor dem Arbeitsgericht erheben und die Entfernung aus der Personalakte verlangen.

Sie wollen effizient gegen eine Abmahnung vorgehen? Dann kontaktieren Sie mich unter 040 / 32553228 oder per E-Mail unter bennek@helmke-hamburg.de – ich unterstütze Sie gerne und natürlich auch kurzfristig!